Sujet: Salon de Tussi

Sujet-Erklärung:

Interne Beobachtungen aber auch der allgemeine Zeitgeist zeigen, dass die modernen Männer immer wie mehr verweichlichen. Es gibt bei den Kosmetiklinien mittlerweile die ganze Auswahl wie bei den Frauen: Salben für und gegen alles Mögliche, Haarentfernung für Brust und Bein wie beim weiblichen Geschlecht ist gang und gäbe. Nur dort, wo die Männer Haare haben wollen (auf dem Kopf) fallen sie in der Regel von selber aus!

Wir einigten uns rasch auf "Karl Lagerfeld" als Figur. Mit seinem typischen Outfit hat er einen hohen Erkennungswert, was wir auch am Cortège so bestätigt sahen. Statt „Waggis, Waggis“ riefen viele Leute „Karli, gib mir was“. In der langen Geschichte der Gyzgnäbber kam zum ersten Mal eine Farbe zum Zug, die wir so noch nie verwendet haben. Unter dem trockenen, technischen Namen „Portobello 2C“ haben wir das schwulste Rosa ausgewählt, das auf dem Markt frei erhältlich war. Der künstlerische Wert war hoch; die entsprechenden Kommentare der Zuschauer, aber auch der Presse und dem Fernsehen, haben uns viel Freude bereitet. Auch die gnädigen Damen und Herren des Comités haben unsere Anstrengungen gewürdigt, so dass daraus unsere bis anhin höchste Subvention resultierte.